Musiksteuerung

Vanishing Point - VP

Wertung
Cover Genre: Rennspiel    
Spielerzahl: 2
Features: VMU (41), VP,
VGA, 60Hz
Lenkrad kompatibel
Sprache/Text: -/Deutsch
Hersteller: Acclaim Entertainment,
Clockwork Games
Version: Version
erschienen: 2000
System: Dreamcast
durchgespielt: ja

 

Beschreibung | Bewertung | Tipps | Musik | Video | Kommentar

 

Beschreibung:

Dies ist mal ein Rennspiel ganz nach meinem Geschmack.
Es gibt zahlreiche Autos namhafter Hersteller und verschiedene Spielmodi.
Als erstes gibt es den Bereich Arcade mit 5 Spielmodi.
Im Turniermodus gilt es mit einem vorgegebenen Auto in 2-3 Rennen einen vorgeschriebenen Platz zu belegen. Hat man dies geschafft, werden neue Fahrzeuge, Strecken und Filme freigeschalten.
Im Einzelrennmodus lässt sich jedes freigespielte Auto anwählen und das Tuning verändern.
Im Modus Zeitfahren geht es, wie man schon vermutet nur um die Zeit. Auch hier lassen sich alle freigespielten Autos und Strecken wählen.
Dann gibt es den Stuntfahrermodus, über den ich mich riesig gefreut habe. Hier geht es darum, mit einem vorgegeben Auto eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. So muss man Slalomkurse bewältigen, große Ballons zum Platzen bringen oder einfach waghalsige Sprünge in Perfektion vollenden. Alles unter enormen Zeitdruck. Je nach Erfüllung der Aufgabe und der benötigten Zeit gibt es Punkte, die in Prozent angegeben werden. Das Maximum ist somit, bei allen Aufgaben 100% zu erreichen. Und dazu gehört viel Gefühl, Geduld und Übung.
Als letztes gibt es den Modus CWG-Rally. Hier kann man jedes freigespielte Auto auswählen und muss dann zwischen 8 Rennen auswählen. In jedem müssen dann 3-6 vorgegebene Strecken mit bewältigt werden. Hier fährt man dann alleine und es geht nur um die Zeit. Wie bei einer echten Rally werden hier auch die Zeiten aller Strecken addiert und das Gesamtergebnis entscheidet dann über Sieg oder Niederlage.
Der nächste Bereich ist die Rubrik Kopf-an-Kopf, also der Zweispielermodus.
Dieser muss zum Teil erst erspielt werden und beinhaltet außer dem normalen Einzelrennen, den Ballon-Bolero und das Hühnerrennen. Im letzteren starten beide Spieler in entgegengesetzter Richtung, sprich sie fahren aufeinander zu. Beim Ballon-Bolero sind farbige Ballons auf der Rennstrecke verteilt welche, beim Einsammeln, Bonussekunden in der Endzeit bedeuten. Sammelt man allerdings die Ballons des Gegners, bekommt dieser die doppelte Zeit dafür gut geschrieben.
Dann gibt es noch die Rubrik Multiplayer.
Hier können sich 4 oder 8 Fahrer anmelden. Wobei dann immer nur 2 Spieler gleichzeitig gegeneinander fahren. Auch hierbei gibt es wieder verschiedene Spielmodi: KO, Liga, Sieger fährt weiter, Einzelrennen, Ballon-Bolero, Hühnerrennen.
Der nächste Punkt im Hauptmenü ist der Tuning-Shop. Hier kann man das Fahrgestell nach Belieben mechanisch verändern. Von Bremsbalance, über Federweg bis zum Reifendruck lassen sich zahlreiche Parameter individuell anpassen.
Bei den Optionen lassen sich diverse Spieleinstellungen vornehmen. Angefangen vom Sound, über die Bildschirmjustierung, über die Steuerung bis zum Speichermodul.
Als letztes im Menü gibt es die Extras. Hier kann man die Spielstatistiken und Geheimnisse verfolgen, sowie erspielte Filme und Bildershows ansehen.

 

Bewertung:

Der erste Eindruck ist super, aber je länger man spielt, um so nerviger wird das Spiel. Bei der Benotung bin ich so mit der Zeit vom "supergeil" zum "geht noch so" abgedriftet. So möchte ich es ausdrücklich nur Rennspielfreaks empfehlen. Mal so für zwischendurch ist es einfach zu schwer, bzw. wird es dann irgendwann. Ist man im Turnier spätestens beim Shelby angelangt, wird es frustrierend. Man hofft jedes Mal auf ein neues super Auto, aber wenn man dann damit fährt... kotz. Der Shelby strotzt nur so vor Kraft, beschleunigt super, hat eine hohe Endgeschwindigkeit, ist durch die hohe Leistung sehr schaltungsarm und hat noch dazu einen satten Sound. Das hört sich super an. Aber was nützt Power ohne Ende, wenn man sie nicht auf die Straße bekommt? Die Räder drehen schnell durch und Kurvenfahrten werden zum Glücksspiel. Das Fahrzeug ist unberechenbar. In einer Kurve tippt man die Lenkung an und es passiert zu wenig und man knallt in die Leitplanken. In der nächsten Kurve tippt man wiederum nur die Lenkung an und dreht sich gleich um 180 Grad. Bei diesem Fahrzeug habe ich zum ersten Mal versucht, ein persönliches Tuning-Setup vorzunehmen... Ich hab 'ne Weile dran rumgebastelt, aber merklich zu spüren war nichts. So weiß ich nicht mal genau, welche Einstellung exakt wofür ist. Das war die ganze Mühe nicht wert. Also heißt es einfach üben, üben und nochmal üben. Aber auch das ist leichter gesagt als getan. Denn wenn man alleine fahren würde, wären jedes Mal Bestzeiten zu verzeichnen. Aber es ist ein Rennen und man fährt nicht alleine, sondern mit zahlreichen rücksichtslosen und aggressiven Sonntagsfahrern. Die kennen leider keine Regeln und auch keine Logik. Sie haben keine Ideallinie auf der sie fahren und auch keine Temporegelung. 5000 Meter vor einer Kurve wird auf 30 runtergebremst und da man mit sowas nie rechnet und man immer sehr sanft mit der Lenkung umgeht, um nicht an die Wand zu krachen, knallt man jedes Mal hintendrauf. Kurven werden generell geschnitten, aber nicht innen, sondern immer da, wo du langfahren möchtest. Nervig bei der ganzen Sache ist, dass man nicht 1 zu 1 gegen die anderen Fahrer fährt, sondern gegen die Uhr. Also auch wenn man alle überholt hat und das Feld (laut Anzeige) als Erster anführt, sind immer noch andere störende Autos voraus. Somit sind ständig Karambolagen vorprogrammiert. Vorzugsweise natürlich immer kurz vor Ende, so dass man keine Chance hat, seinen einstigen Vorsprung wieder herauszuholen und man permanent am Verlieren ist. Die Kontrahenten scheinen nur auf dich zu warten. Du fährst 2 Runden fehlerfrei, hast 10 Sekunden Vorsprung und in der letzten Runde kommen sie alle aus ihren Löchern und rempeln wo sie nur können. Der Shelby neigt dabei noch gerne zum Pirouettendrehen oder Überschlägen. Ist dies erst der Fall, braucht man gar nicht weiterfahren. Dieser Zeitverlust ist nicht mehr aufzuholen. Kannste knicken!
Mein favorisiertes Gefährt ist mit der Zeit der Ford Mustang geworden. Er stellt für mich einen guten Kompromiss zwischen Leistung, Gewicht und Geschwindigkeit dar, lässt sich gut steuern und klingt auch noch ganz nett.
Als Auto für ungeübte Fahrer wäre meine Empfehlung der Mercury Sable Wagon. Er bleibt immer gut kontrollierbar und schleudert nicht so leicht.
Über das Gameplay habe ich mich ja schon ein wenig ausgelassen. Die Ideen sind eigentlich super, aber die Umsetzung ist nicht so ganz geglückt. Das Spiel hat keine großen Schwächen, aber im Detail ist es überall noch nicht ganz ausgefeilt.
Die Grafik gefällt mir recht gut. Auch im Zweispielermodus ist kein Ruckeln oder irgendwas festzustellen. Alles ist recht detailliert und übersichtlich. Die Autos sehen schon sehr originalgetreu aus und sind sehr zahlreich vorhanden. Als Plus zähle ich natürlich, dass alles echte Autos sind und keine Fantasiegebilde. Gut gefallen mir auch die aktiven Levelhintergründe. So gibt es Schiffe, Züge und Flugzeuge, die an einem vorbeirauschen, tosende Wasserfälle und vieles mehr, so dass alles sehr lebendig wirkt. Die Level sind sehr abwechslungsreich. So gibt es rasante Hochgeschwindigkeitskurse auf der nächtlichen Autobahn, aber auch kurvenreiche Schlitterpartien auf sandigem Waldboden. Die engen Gebirgspässe haben aber auch ihre Tücken, so bleibt man leicht an irgendwelchen Gesteinsecken hängen, welche man eigentlich nicht als so drastisch deutet, kommt zum Stillstand oder überschlägt sich ordentlich, was mit der nervend schweren Steuerung leicht frustrierend wird. Die Empfindlichkeit der Lenkung lässt sich zwar in den Optionen einstellen, aber so ganz das Wahre ist es dennoch irgendwie nie.
Womit ich auch gleich zum Fahrverhalten der Autos komme. Dies ist zum Teil genau so fragwürdig, wie das Verhalten der Fahrer. Der Ford Ranger hat eine Federung wie ein Schaukelpferd. Der Jaguar XKR (Bei Need for Speed eines meiner Lieblingsautos) schleudert wie auf Schnee. Der Lotus Elise schleudert ebenso gerne und dreht nur bis 6000 U/min.. Der Alfa ist so nicht schlecht. Aber hört der sich wirklich ab 5200 U/min an, wie ein Trabbi?
Bremsen die Autos wirklich alle soooo schlecht?
Das sind doch alles Top-Sportwagen. Wenn die in Wirklichkeit so sein würden... dann wären es keine Top-Autos...
Da ich grad so schön beim Nörgeln bin, mache ich mal gleich mit dem Negativen weiter. Es sind zwar viele schöne Autos mit dabei, aber wo sind Corvette, Lamborghini, Daimler und Ferrari?
Beim Sound war ich ja schon... Es gibt Ausnahmen, aber die meisten Autos hören sich recht gut an. Aber leider gibt es anscheinend nur ein einziges Kollisionsgeräusch. Egal mit welchem Auto und egal, ob man gegen eine Felswand, eine Leitplanke oder gegen ein anderes Fahrzeug stößt - es hört sich immer gleich an. Und was ich natürlich auch sehr vermisse, ist ein Schadensmodell. Das Auto nimmt keinen Schaden. Sicher würde es das noch schwerer machen, aber auch eine ganze Ecke realistischer.
Was mich sonst noch stört sind relativ lange Ladezeiten und das es im Rennen keine permanente Zeitanzeige gibt. Leider hat man so keine Ahnung, wie man im Rennen liegt. Nur an den Checkpoints gibt's eine Hochrechnung, welchen Platz man haben würde, wenn jetzt die Zieldurchfahrt wäre. So hat man keine Ahnung von den Abständen der Autos und wo man Zeit verliert und ob man überhaupt eine Chance hätte...
Wenn es hügelig ist, wird die Sicht nach vorne durch das eigene Auto versperrt.
Ein Turnier kann man nur nach dem ersten Rennen neu starten. Verhaut man das letzte Rennen, muss man das ganze Turnier wiederholen.
Nach dem Rennen steht "Wiederholung" an erster Stelle im Menü. Dies ist aber nur das Replay des Rennens und da es als Vorauswahl markiert ist, habe ich dies oft aus Versehen angeklickt -> nervig...
Man hört kein Quietschen, aber die Reifen qualmen trotzdem.
Die Übersetzung ist mal wieder mangelhaft. "Du hast freigespielt: eine neue Auto"
Und was mich noch stört ist, dass man im Zweispielermodus nicht gegen den Computer antreten kann.
So viel Negatives und nichts Gutes weiter? Doch. Das Laden und Speichern der Spielstände ist sehr einfach und geht automatisch. Tja und mehr fällt mir nicht ein.
Doch. Die Musik ist mittelprächtig. Alle Tracks sind aus dem Bereich Techno/Trance. Beat und Rhythmus sind erstklassig und gehen ins Blut. Aber bei Sound und Melodie hätte ich mir noch mehr Feinarbeit gewünscht. Die Musik plätschert vor sich hin, trägt aber nicht zur Stimmung bei und bleibt auch nicht im Ohr. Allerdings könnte es eventuell auch daran liegen, dass ich den Soundeinstellungen die Musik etwas leiser und den Motor am lautesten gemacht habe, um mich besser auf das Spielgeschehen zu konzentrieren. Da der Schwierigkeitsgrad doch stellenweise recht schwer ist, war das für mich eine begünstigende Alternative.
Fazit. Der erste Eindruck trübt. Macht es am Anfang noch sehr viel Spaß, lässt das bei dem enormen Schwierigkeitsgrad bald nach. Am meisten Spaß hat mir der Stuntfahrermodus gemacht, aber sehr viele Aufgaben sind das auch nicht. Ein ausdauernder Spieler hat sicher Wochen zu tun, das Spiel zu 100% zu knacken, aber ist das erledigt, verschwindet es sicher in der Versenkung auf nimmer Wiedersehen. Im Zweispielermodus kann das Spiel ebenso wenig begeistern. Da gibt es sicher Besseres.

 

Tipps:

Manchmal ist Weniger mehr. So auch hier. Man sollte sein Tempo richtig dosieren. Wie im wahren Leben ist der ständige Bleifuß nicht das Mittel zum Sieg. Grade in unüberschaubaren Streckenabschnitten oder bei verstopften Straßen mit sichtbaren Behinderungen sollte man eher mal etwas Gas wegnehmen, um immer rechtzeitig bremsen zu können. So verliert man zwar auch ein paar Sekunden, aber wenn man sein Tempo nicht reduziert ist höchstwahrscheinlich eine Karambolage die Folge, bei der man weit mehr Zeit verliert.

 

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