Die Geschichte

Beim Durchforsten alter Zeitungen ist mir erstmal wieder bewusst geworden, wie umfangreich doch die Sammlung rund um den Mega Drive ist und womit ich hier überhaupt begonnen habe *g* Aber einmal angefangen bin ich auch fest entschlossen, dies zu Ende zu führen.

Ich muss aber auch gleich betonen, dass ich bei der Hardware keinen großen Wert auf Vollständigkeit oder 100%iger Richtigkeit lege.
Mein Hauptaugenmerk richtet sich eindeutig auf die Spiele. Falls Ihr noch mehr Daten braucht, schaut bitte bei den Links.

Ich möchte mich hier gleich noch entschuldigen, dass ich mich im Großen ausschließlich auf Sega beschränke. Es gab auch noch viele andere Hersteller mit ihren genialen Kisten. Da ich aber nie etwas anderes besessen habe, möchte ich dazu auch kein Urteil abgeben. Außerdem würde es auch zu viel für mich werden. Aber wenn jemand eine gute Seite über andere Systeme hat oder kennt, bin ich gern bereit, darauf zu verweisen.
Denn wir wollen hier ja nicht wieder den Krieg der Giganten, bzw Konsolen vs. PC's entfachen. Smiley 21
Jeder hat seine Daseinsberechtigung und treibt die Entwicklung weiter voran.

1986 brachte Sega mit dem damalig sensationellen Master System neuen Wind in die Konsolen- und gesamte Computerbranche. Vorbei waren die Zeit der Strichmänchen und Piepstöne. Und mit einem Preis von anfänglichen 250,-DM war es noch recht preiswert. Mit heutigen Maschinen ist es kaum vergleichbar, aber damals waren es schon enorme Leistungen, welche das Teil vollbrachte.

Sega Master System

Der (man kann auch DAS MD sagen...da streiten sich die Geister. Mir gefällt es so besser) Mega Drive erblickte dann 1988 das Licht der Welt. In den USA unter dem Namen Genesis und in Japan halt Mega Drive. Aber außer dem Namen und leichten Abwandlungen in der Gehäusefarbe sind alle mit dem ab 1990 auch in Deutschland erhältlichen Gerät identisch. Fanatische Sammler zahlten vor der offiziellen Einführung schon extrem überhöhte Importpreise für dieses heiß begehrte Objekt. Wobei... einen nicht unwesentlichen Unterschied gab es noch. Das deutsche Modell war nur mit 50Hz getaktet und die beiden anderen mit 60Hz. Dies und der Ländercode der Games machten die Hard- und Software untereinander inkompatibel. Dadurch liefen also Importgames nicht ohne weiteres auf deutschen Geräten. Aber eifrige Tüftler konnten den Zustand bald durch ein Modul oder einen Umbau am Gerät abändern. Für japanische Games musste noch der entsprechende Zeichensatz aktiviert und der Modulschacht etwas ausgefeilt werden...

Sega Mega Drive deutsch Sega Mega Drive amerikanisch Sega Mega Drive japanisch

Beigefügt waren dem deutschen Gerät ein Pad und das Spiel Altered Beast, welches heute betrachtet nur die Untergrenze an Spielspaß und Hardwareausnutzung darstellte. Der Startpreis lag bei 499,-DM und sank nach und nach bis auf 139,-DM. Wobei den späteren Verkaufspackungen das weitaus bessere Game Sonic beilag. Dieser blaue Igel wird kurz darauf zum offiziellen Maskottchen ernannt und startet einen weiteren Boom. Bald gibt es T-Shirts, Basecaps, Trickfilme, Musik-CD's, Plüschtiere und vieles mehr von und mit diesem Stacheltier.
1991 folgte dann die erste Stufe der Aufwertung des MD. Hauptkonkurrent Nintendo schläft ja nicht, also versuchte Sega mit dem CD-Drive seinen Vorsprung weiter auszubauen. Das in Japan und den USA als Sega CD erhältliche Zusatzteil ermöglichte ganz neue Wege bei den Konsolengames. Nun waren Trickfilmsequenzen und CD-Sound zu genießen und die Games dank der hohen Speicherreserven immer hochwertiger. Das brachte auch ein neues Spielgenre hervor, die interaktiven Trickfilme. Man sah einen Film ablaufen und bei der korrekten Bedienung der Tasten und damit dem Auslösen bestimmter Aktionen lief der Film unterschiedlich weiter. Am Anfang sorgte dies fast für Euphorie, aber nach kurzer Zeit gingen die geringe Qualität der Filme und der sich immer wiederholende Spielablauf nur noch auf die Nerven.

Sega CD Mega CD

1993 war dann, wie üblich zwei Jahre später, die Veröffentlichung des Mega CD in Deutschland. Besser gesagt, des Mega CD2 passend zum überarbeiteten Mega Drive2. Die Technik blieb im wesentlichen gleich, aber die Optik wurde etwas aufpoliert und die Größe wesentlich reduziert. Hauptargument war sicher auch die Senkung der Produktionskosten. Darunter litt aber teilweise die Qualität der neuen Geräte.
Dem neuen Mega Drive fehlte die Kopfhörerbuchse mit Lautstärkeregler und das Mega CD war gleich komplett neu konstruiert. Wurde der Datenträger beim Sega CD noch komfortabel in einer automatisch öffnenden Schublade abgelegt, brauchte man bei der neuen Version nur noch einen klapprigen Deckel per Hand zu öffnen. :/
1995 begann dann langsam das 32-Bit-Zeitalter. Es erschienen in kurzer Zeit 3DO, Amiga CD32, Jaguar...Die Maschinen der neuen Generation ließen den Mega Drive ganz schön alt aussehen.

3DOvon Panasonic Amiga CD32
Atari Jaguar

Sega hatte zwar mit dem Saturn auch ein neues Gerät parat, wollte aber seine treue MD-Fangemeinde nicht enttäuschen und lockte mit dem vermeintlich günstigen Preis von unter 400,-DM für das 32X. Ein Zusatzmodul, welches den MD äußerst preiswert zur Next Generation Plattform aufrüsten sollte. Für Mega Drive und Mega CD Besitzer eine scheinbar günstige Anschaffung. Wenn man die Preise aber insgesamt zusammenrechnet ist man schlauer...
Zwischendurch gab es auch immer wieder Studien und Neuentwicklungen des Mega Drive in den verschiedensten Variationen.
Zum Beispiel den Sega-PC. Ein beim Erscheinen schon wieder fast veralteter PC mit integriertem Mega Drive.
Oder den Genesis Nomad. Ein Mega Drive mit eingebautem LCD-Bildschirm, sprich ein Handheld.

Sega 32X Sega Multi Mega Sega Nomad

Die Veröffentlichung der PlaySation in Japan und erste Messeberichte des Ultra64 ließen dann noch die Verbraucher abwartend in den Startlöchern verharren. Das 32X wurde kaum verkauft und Sega konzentrierte seine ganze Kraft auf den Saturn.
Dieses qualitativ hochwertige Gerät, um einiges besser, als seine derzeitigen Konkurrenten, brachte aber auch nicht so den erhofften Erfolg für Sega. Ein Grund war vermutlich der gerechtfertigt hohe, aber doch abschreckende Preis

Sega Saturn Nintendo N64
Sony Playstation

1997 wurde dann bei Sega und deren Drittherstellern die Entwicklung und Produktion für den MD langsam eingestellt.
1998 verschwand er dann endgültig aus den deutschen Läden und machte den Platz frei für Dreamcast, PS2, X-Box und GameCube.
Die Dreamcast war die letzte Spielekonsole aus dem Hause Sega. Sie bestach durch faszinierende Grafik, diverse geplante Erweiterungen und die Interneteinbindung durch ein internes Modem. "Leider" hatte zu diesem Zeitpunkt schon die Playstation den Markt erobert und durch die hohen Internetgebühren in Deutschland war auch der Joker WWW kaum wirksam.

Sega Dreamcast Sony Playstation 2 Microsoft X-Box Nintendo GameCube

Sega gab sich geschlagen und erklärte 2001 seinen kompletten Rückzug aus dem Konsolengeschäft. Smiley 211
Seit dem entwickeln sie nur noch für andere Plattformen und Spielautomaten, bei denen sie hoffentlich noch lange marktmitbestimmend sind.

Wer neugierig auf noch mehr Hintergrundinfos ist, kann sich noch die folgenden Videos ansehen.

Yuji Naka 1 | Yuji Naka 2 | Yuji Naka 3

 

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